Zahnbleaching beim Zahnarzt – Chemie, Ablauf und die Rolle von Blaulicht
Ein Zahnbleaching sorgt für weißere Zähne. Viele Patienten glauben dabei, dass es sich um einen rein kosmetischen Eingriff handelt, bei dem die Oberfläche der Zähne weiß gefärbt wird, so als würde man eine Wand in der Wohnung neu streichen. Tatsächlich ist es jedoch viel komplizierter. Denn das Bleaching nutzt einen kontrollierten chemischen Prozess, um die molekulare Struktur der Zähne selbst zu verändern. In diesem Blog erklären wir Ihnen alles Wichtige zum Ablauf und den chemischen Vorgängen, die Ihre Zähne strahlen lassen!
Verfärbungen von Zähnen entstehen durch farbige organische Moleküle, die sich im Zahn einlagern. Vor allem Lebensmittel wie Kaffee oder Tee, aber auch Genussmittel wie Nikotin sorgen für die Verfärbung. Die Verfärbungen, die sich auf der Zahnoberfläche absetzen, lassen sich oft mit einer professionellen Zahnreinigung bekämpfen, doch liegen die Stoffe tiefer, kann nur ein Bleaching helfen.
Wie funktioniert das Bleaching?
In der Zahnmedizin wird vor allem Wasserstoffperoxid (H₂O₂) für das Bleaching genutzt. Dieses starke Oxidationsmittel zerfällt bei den Bedingungen im Mund in hochreaktive Sauerstoffspezies wie etwa:
- Hydroxyl-Radikale (OH)
- Perhydroxyl-Radikale (HO₂)
- Perhydroxyl-Anionen (HO₂⁻)
Diese Stoffe, sogenannte freie Radikale, sind sehr instabil und reagieren mit organischen Materialien, wie etwa den in den Zähnen gebundenen Farbmolekülen. Diese nutzen oft konjugierte Doppelbindungen, die das Licht absorbieren und so eine Farbe erzeugen. Die Radikale brechen diese Bindungen auf und oxidieren die Moleküle zu kleineren Strukturen. Das bedeutet, dass die Farbmoleküle so umgebaut werden, dass sie weniger Farbe erzeugen oder gar komplett farblos, also weiß, werden.
Materialien und Konzentrationen in der Praxis
Beim In-Office-Bleaching können deutlich höhere Peroxidkonzentrationen genutzt werden als bei der Behandlung zu Hause. Die Folge ist eine schnellere Wirkung, präzisere Dosierung und ein besserer Schutz des Weichgewebes im Mund. Schutzmaßnahmen im Mund, etwa das Abdecken des Zahnfleischs, sind unbedingt notwendig, um Schäden zu verhindern.
Wie läuft ein professionelles Zahnbleaching ab?
Vor dem Bleaching müssen die Zähne gründlich gereinigt werden. Dies geschieht im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung. Anschließend spricht die Zahnärztin mit Ihnen über die Wunschfarbe Ihrer Zähne, um die Behandlung an Ihre Wünsche anzupassen. Wichtig ist, dass das Zahnfleisch vor der Wirkung des Wasserstoffperoxids geschützt wird. So können etwa lichthärtende Schutzgele genutzt werden. Dies ist wichtig, um zu verhindern, dass das Peroxid unkontrolliert mit den Schleimhäuten des Mundes reagiert.
Das Peroxidgel wird auf die Zahnoberflächen aufgetragen und verbleibt dort für einen definierten Zeitraum. Häufig wird dieser Prozess wiederholt, um:
- eine konstante Radikalbildung aufrechtzuerhalten,
- die Reaktion zu kontrollieren,
- Überdosierungen zu vermeiden.
Nach dem Ende der Einwirkzeit wird das Gel vollständig aus dem Mund entfernt. In manchen Fällen ist eine anschließende remineralisierende Behandlung sinnvoll, um dem Mineralverlust im Zahnschmelz durch die Behandlung auszugleichen.
Beim Bleaching kann auch blaues LED-Licht zum Einsatz kommen. Dieses liegt im Bereich von 450 bis 460 nm und soll den chemischen Prozess beschleunigen. Das Licht soll die Zerfallsrate des Wasserstoffperoxids erhöhen und so mehr Radikale freisetzen. Auch bestimmte Chromophore sollten auf das Licht reagieren und so schneller zerfallen. Ob dies tatsächlich funktioniert, ist unklar, da Studien eine schnellere Anfangsaufhellung zeigen, andere jedoch keine signifikanten Unterschiede vermerken. In jedem Fall ist ein Bleaching mit Blaulicht eine angenehme Erfahrung.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Nach der Behandlung können die Zähne empfindlich sein. Dies liegt daran, dass Peroxid und Radikale bis in das Dentin der Zähne eindringen und dort Flüssigkeitsbewegungen in den Dentinkanälchen auslösen. Diese Vorgänge reizen den Zahnnerv. Strukturelle Schäden mit langfristiger Wirkung entstehen bei einer fachgerechten Anwendung nicht.
Es gibt jedoch Grenzen des Bleachings. So ist ein häufiges Bleaching nicht zu empfehlen, da dies zu Schäden am Zahnschmelz führen kann. Auch die vorhandene Menge an Chromophoren, die Belastbarkeit des Zahnschmelzes und Dentins sowie die individuelle Stabilität der Zähne können sich auf den Prozess auswirken. Ihre Zahnärztin berät Sie individuell zu allen Möglichkeiten.
Professionelles Bleaching bei Ihrer Zahnärztin in Friedrichsdorf
Das professionelle Bleaching beim Zahnarzt nutzt klassische Oxidationsreaktionen, um mithilfe von Wasserstoffperoxid die Farbmoleküle im Zahn chemisch zu verändern und die Farbe zu zerstören. Die Behandlung bei Ihrer Zahnärztin ist ohne Weiteres möglich und sehr sicher. Dafür kann auch Blaulicht zum Einsatz kommen, um das Bleaching zu unterstützen. Entscheidend sind eine fachgerechte Anwendung und gute Kontrolle. Gerne sind wir in unserer Praxis in Friedrichsdorf für Sie da und bringen Ihre Zähne zum Strahlen.




