Zweimal täglich sollten die Zähne geputzt werden. Doch damit sie wirklich sauber werden, kommt es nicht nur auf die richtige Zahnbürste an, sondern auch auf die passende Zahnpasta. Doch die große Auswahl in den Drogerien stellt viele unserer Patienten häufig vor die Frage: Welche Zahnpasta ist überhaupt die richtige? Dabei sind zwei Werte entscheidend, die auf vielen Verpackungen eher versteckt zu finden sind. Unsere Tipps, um die passende Zahnpasta zu finden.
Fluorid – der wichtigste Inhaltsstoff
Der Fluoridanteil der Zahnpasta ist entscheidend, denn das Fluorid stärkt den Zahnschmelz und damit den natürlichen Schutz der Zähne vor Bakterien und Säuren. Für Erwachsene empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzte eine Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm (parts per million) – diesen Wert finden Sie meist klein in der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung. Wenn die Zahnpasta zweimal täglich genutzt wird, kann das Kariesrisiko um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Eine fluoridfreie Zahnpasta verzichtet auf diesen Schutz.
Der RDA-Wert – kaum bekannt, aber wichtig
Der sogenannte RDA-Wert ist ein weiterer wichtiger Faktor beim Kauf von Zahnpasta. Die Abkürzung steht für relativen Dentinabrasionswert und beschreibt, wie stark die Zahnpasta den Zahnschmelz abschleift. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto größer die Schmirgelwirkung. Haben Sie empfindliche Zähne oder freiliegende Zahnhälse, oder putzen Sie mit einer elektrischen Zahnbürste, sollten Sie auf einen Wert unter 50 achten. Das Problem ist jedoch, dass bei den meisten Produkten der Wert gar nicht angegeben und nur auf der Herstellerwebsite zu finden ist.
Whitening-Zahnpasten – was sie können und was nicht
Whitening-Zahnpasten setzen meist auf stärkere Schleifkörper, um Verfärbungen von der Zahnoberfläche zu entfernen. Das funktioniert – aber nur bei oberflächlichen Belägen, etwa von Kaffee, Tee oder Rotwein. Verfärbungen, die tiefer im Zahn sitzen, erreicht keine Zahnpasta. Der höhere RDA-Wert dieser Produkte kann jedoch bei einer täglichen Anwendung über Jahre zusätzlich am Zahnschmelz zehren. Ein sichtbarer Effekt zeigt sich außerdem erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung – und verschwindet ähnlich langsam wieder, sobald Sie aufhören. Durch den hohen RDA-Wert ist Whitening-Zahnpasta für Personen mit empfindlichen Zahnhälsen nicht geeignet. Eine Alternative für hellere Zähne kann außerdem ein schonendes Bleaching sein, das wir etwa in unserer Praxis anbieten.
Hydroxylapatit – sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz
In den vergangenen Jahren bewerben immer mehr Hersteller Zahnpasta mit Hydroxylapatit. Diese soll eine fluoridfreie Alternative sein. Bisher gibt es jedoch wenige Studien, die dies wirklich belegen. Zahnmedizinisch gilt der Stoff deshalb aktuell eher als sinnvolle Ergänzung, etwa zur Remineralisierung – aber nicht als gleichwertiger Ersatz für Fluorid. Wenn Sie auf Fluorid verzichten möchten, sollten Sie sich von Ihrer Zahnärztin beraten lassen.
Zahnpasta für Kinder – andere Regeln als für Erwachsene
Bei Kindern gilt eine andere Dosierung als bei Erwachsenen, abgestimmt auf Alter und Zahnentwicklung. Als Orientierung:
- Ab dem ersten Milchzahn bis zum 2. Geburtstag: Zweimal täglich putzen, reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid.
- Ab dem 2. Geburtstag bis zum Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, etwa 6 Jahre: Zweimal täglich, jetzt erbsengroße Menge, weiterhin 1.000 ppm.
- Ab etwa 6 Jahren: Umstieg auf Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm.
Eine Alternative zu fluoridhaltiger Zahnpasta sind Fluoridtabletten. Wichtig zu wissen ist, dass zu viel Fluorid gerade für Kinder nicht gut ist. Dadurch, dass Kinder außerdem viel der Zahnpasta schlucken, kann viel mehr Fluorid aufgenommen werden als gewünscht. Es kann dabei für Eltern gut sein, die Kinder beim Zähneputzen zu begleiten und sicherzustellen, dass die Zahnpasta auch ausgespuckt oder ausgespült wird.
Die richtige Wahl für Ihre Situation
Wenn Sie gesunde Zähne haben, ist eine fluoridhaltige Zahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm und einem RDA-Wert zwischen 40 und 80 zu empfehlen. Bei empfindlicheren Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen lohnt sich eine Paste ohne Natriumlaurylsulfat (SLS) und mit einem RDA-Wert unter 50. Auch die Zahnbürste kann die Wahl der Zahnpasta beeinflussen, so sollte bei einer elektrischen Zahnbürste eine Zahnpasta mit einem niedrigeren RDA-Wert gewählt werden. Andere Beschwerden wie Mundtrockenheit wirken sich ebenfalls aus. Wir sprechen gerne mit Ihnen darüber und empfehlen Ihnen eine passende Zahnpasta, um Ihre Zahngesundheit zu fördern. Ihre Zahnärztin in Friedrichsdorf berät Sie gerne.




