Zahnpasta kaufen: Worauf kommt es wirklich an?

Zweimal täglich sollten die Zähne geputzt werden. Doch damit sie wirklich sauber werden, kommt es nicht nur auf die richtige Zahnbürste an, sondern auch auf die passende Zahnpasta. Doch die große Auswahl in den Drogerien stellt viele unserer Patienten häufig vor die Frage: Welche Zahnpasta ist überhaupt die richtige? Dabei sind zwei Werte entscheidend, die auf vielen Verpackungen eher versteckt zu finden sind. Unsere Tipps, um die passende Zahnpasta zu finden.

Fluorid – der wichtigste Inhaltsstoff

Der Fluoridanteil der Zahnpasta ist entscheidend, denn das Fluorid stärkt den Zahnschmelz und damit den natürlichen Schutz der Zähne vor Bakterien und Säuren. Für Erwachsene empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzte eine Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm (parts per million) – diesen Wert finden Sie meist klein in der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung. Wenn die Zahnpasta zweimal täglich genutzt wird, kann das Kariesrisiko um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Eine fluoridfreie Zahnpasta verzichtet auf diesen Schutz.

Der RDA-Wert – kaum bekannt, aber wichtig

Der sogenannte RDA-Wert ist ein weiterer wichtiger Faktor beim Kauf von Zahnpasta. Die Abkürzung steht für relativen Dentinabrasionswert und beschreibt, wie stark die Zahnpasta den Zahnschmelz abschleift. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto größer die Schmirgelwirkung. Haben Sie empfindliche Zähne oder freiliegende Zahnhälse, oder putzen Sie mit einer elektrischen Zahnbürste, sollten Sie auf einen Wert unter 50 achten. Das Problem ist jedoch, dass bei den meisten Produkten der Wert gar nicht angegeben und nur auf der Herstellerwebsite zu finden ist.

Whitening-Zahnpasten – was sie können und was nicht

Whitening-Zahnpasten setzen meist auf stärkere Schleifkörper, um Verfärbungen von der Zahnoberfläche zu entfernen. Das funktioniert – aber nur bei oberflächlichen Belägen, etwa von Kaffee, Tee oder Rotwein. Verfärbungen, die tiefer im Zahn sitzen, erreicht keine Zahnpasta. Der höhere RDA-Wert dieser Produkte kann jedoch bei einer täglichen Anwendung über Jahre zusätzlich am Zahnschmelz zehren. Ein sichtbarer Effekt zeigt sich außerdem erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung – und verschwindet ähnlich langsam wieder, sobald Sie aufhören. Durch den hohen RDA-Wert ist Whitening-Zahnpasta für Personen mit empfindlichen Zahnhälsen nicht geeignet. Eine Alternative für hellere Zähne kann außerdem ein schonendes Bleaching sein, das wir etwa in unserer Praxis anbieten.

Hydroxylapatit – sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz

In den vergangenen Jahren bewerben immer mehr Hersteller Zahnpasta mit Hydroxylapatit. Diese soll eine fluoridfreie Alternative sein. Bisher gibt es jedoch wenige Studien, die dies wirklich belegen. Zahnmedizinisch gilt der Stoff deshalb aktuell eher als sinnvolle Ergänzung, etwa zur Remineralisierung – aber nicht als gleichwertiger Ersatz für Fluorid. Wenn Sie auf Fluorid verzichten möchten, sollten Sie sich von Ihrer Zahnärztin beraten lassen.

Zahnpasta für Kinder – andere Regeln als für Erwachsene

Bei Kindern gilt eine andere Dosierung als bei Erwachsenen, abgestimmt auf Alter und Zahnentwicklung. Als Orientierung:

  • Ab dem ersten Milchzahn bis zum 2. Geburtstag: Zweimal täglich putzen, reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid.
  • Ab dem 2. Geburtstag bis zum Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, etwa 6 Jahre: Zweimal täglich, jetzt erbsengroße Menge, weiterhin 1.000 ppm.
  • Ab etwa 6 Jahren: Umstieg auf Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm.

Eine Alternative zu fluoridhaltiger Zahnpasta sind Fluoridtabletten. Wichtig zu wissen ist, dass zu viel Fluorid gerade für Kinder nicht gut ist. Dadurch, dass Kinder außerdem viel der Zahnpasta schlucken, kann viel mehr Fluorid aufgenommen werden als gewünscht. Es kann dabei für Eltern gut sein, die Kinder beim Zähneputzen zu begleiten und sicherzustellen, dass die Zahnpasta auch ausgespuckt oder ausgespült wird.

Die richtige Wahl für Ihre Situation

Wenn Sie gesunde Zähne haben, ist eine fluoridhaltige Zahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm und einem RDA-Wert zwischen 40 und 80 zu empfehlen. Bei empfindlicheren Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen lohnt sich eine Paste ohne Natriumlaurylsulfat (SLS) und mit einem RDA-Wert unter 50. Auch die Zahnbürste kann die Wahl der Zahnpasta beeinflussen, so sollte bei einer elektrischen Zahnbürste eine Zahnpasta mit einem niedrigeren RDA-Wert gewählt werden. Andere Beschwerden wie Mundtrockenheit wirken sich ebenfalls aus. Wir sprechen gerne mit Ihnen darüber und empfehlen Ihnen eine passende Zahnpasta, um Ihre Zahngesundheit zu fördern. Ihre Zahnärztin in Friedrichsdorf berät Sie gerne.

Karies früh erkennen: Diese Warnsignale sollten Sie nicht ignorieren

Karies macht sich erst einmal nicht bemerkbar. Kein Schmerz, kein Wackeln, kein sichtbares Loch – und trotzdem zerstört sie den Zahn von innen. Genau das ist das Problem. Wer wartet, bis es wehtut, wartet oft zu lange. Daher ist es wichtig, die genauen Anzeichen für Karies zu erkennen und frühzeitig einen Zahnarzt aufzusuchen.

Wie kommt es überhaupt zu Karies?

Viele Menschen denken, dass Karies mit einem Loch beginnt. Das stimmt aber nicht. Die wahre Ursache von Karies sind Bakterien. Diese kommen im Mund natürlich vor. Dort bauen sie etwa aus Essensresten und Zahnbelag Zucker ab. So entsteht eine schädliche Säure, die den Zahnschmelz angreift. Das alles findet auch jeden Tag in gesunden Mündern statt, schädlich wird es erst, wenn tiefergehende Schichten des Zahnschmelzes geschädigt werden.

Zu Beginn kann man noch gegensteuern. So kann der Körper den Zahnschmelz mit Fluoriden und Speichel remineralisieren. Wenn die Karies aber erstmal bis ins Dentin – also die weiche Zahnschicht unter dem Schmelz – durchgedrungen ist, ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Ohne diese kann sich der Nerv selbst entzünden. Anstatt einer Füllung kann also eventuell eine viel umfangreichere Wurzelkanalbehandlung notwendig werden. Daher lautet bei Karies immer die Devise: Früherkennung ist entscheidend, um eine schwerere Erkrankung zu verhindern.

Die frühen Warnsignale – was Sie selbst bemerken können

Es gibt Anzeichen, die Sie selbst wahrnehmen können – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

Weiß-kreidige Flecken auf dem Zahn sind oft das erste sichtbare Zeichen. Das bedeutet, dass der Zahnschmelz Mineralien verliert. Auch Verfärbungen in Braun oder Schwarz können Anzeichen für Karies sein – müssen es aber nicht. Hier sollte sich ein Zahnarzt die Verfärbungen anschauen, da es sich dabei auch um Ablagerungen oder Verfärbungen durch Kaffee und Tee handeln kann.

Empfindlichkeit bezüglich Kälte oder Süßem ist ein weiteres Signal. Wer beim Trinken von kaltem Wasser kurz zuckt oder beim Essen von Schokolade ein Ziehen spürt, sollte das nicht ignorieren. Diese Symptome sind Anzeichen dafür, dass der Zahnschmelz dünner wird oder feine Risse entstehen.

Sichtbare Grübchen oder Einbuchtungen – besonders auf den Kauflächen der Backenzähne – können auf ein Loch hindeuten. Mit einem Spiegel und guter Beleuchtung lässt sich das manchmal erkennen.

Sie sehen: Die Symptome sind leider nicht immer eindeutig. Und das ist das eigentliche Problem.

Karies, die man nicht sieht – warum der Zahnarzt unersetzlich bleibt

Ein großer Teil der Karies entsteht genau dort, wo er schwer zu sehen ist: zwischen den Zähnen. Dies liegt daran, dass sich dort besonders gerne Ablagerungen bilden, die dann zu Karies führen. Selbst durch geschultes Personal lässt sich diese Karies mit dem Auge schwer erkennen. Dagegen hilft ein Röntgenbild.

Dies ist auch einer der Gründe, weshalb regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt so wichtig sind: Sie sind kein Pflichtprogramm, sondern eine Vorsorge für gesunde Zähne. Wenn Patienten zweimal im Jahr zum Zahnarzt gehen, wird die Karies im Regelfall so früh erkannt, dass schwerwiegende Folgen ausgeschlossen werden können.

Dabei ist es wichtig, dass die Kontrollen auch dann durchgeführt werden, wenn es keine Beschwerden gibt. Denn das alte Sprichwort „Keine Beschwerden, kein Problem“ gilt bei Karies nicht. Karies verursacht erst sehr spät Schmerzen, dann ist die Behandlung jedoch viel aufwendiger.

Was tun, wenn Sie etwas bemerken?

Nicht abwarten. Das ist die kurze Antwort. Wenn Sie eine Verfärbung der Zähne bemerken oder das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren. Desto früher ein Befund behandelt wird, desto kleiner wird die Füllung, desto kürzer die Behandlung und desto besser das Ergebnis. Wird Karies zu spät behandelt, kann sogar Zahnverlust die Folge sein. Dies gilt es zu vermeiden.

In der Zahnarztpraxis WHITEART in Friedrichsdorf nehmen wir uns für die Diagnose Zeit. Wir schauen nicht nur nach offensichtlichen Löchern, sondern prüfen auch die Zwischenräume – und erklären Ihnen, was wir sehen. Vereinbaren Sie doch gerne einen Termin bei uns!

Mundtrockenheit – Ursachen & Lösungen

Für viele Menschen gehört Mundtrockenheit zum Alltag. Der Mund fühlt sich ausgedörrt an, die Zunge klebt am Gaumen, Schlucken kostet Mühe. Insbesondere wenn diese Mundtrockenheit dauerhaft auftritt, ist sie jedoch viel mehr als nur störend – sie kann zu einer Gefahr für die Mundgesundheit werden.

Denn der Speichel ist sehr wichtig, um den Mund feucht zu halten. Dabei neutralisiert er Säuren, spült Bakterien und Essensreste davon, unterstützt die Verdauung und schützt den Zahnschmelz. Ein gesunder Mensch produziert täglich zwischen 0,5 und 1,5 Liter davon – ohne es zu merken.

Wenn dieser Schutz fehlt, steigt das Kariesrisiko, die Mundschleimhaut entzündet sich häufiger und Mundgeruch kann schneller entstehen. Denn ohne den schützenden Speichel können sich Bakterien ungehindert verbreiten und schwefelhaltige Verbindungen produzieren, die den Geruch verursachen. Speichel ist also viel mehr als nur Komfort, er ist essenziell für eine gute Mundgesundheit!

Mundtrockenheit: Was sind die häufigsten Ursachen?

In vielen Fällen liegt die Ursache von Mundtrockenheit gleich in mehreren Faktoren. Das bedeutet, dass die Diagnose oft schwieriger ist und die Behandlung verschiedene Faktoren abdecken muss.

  • Medikamente sind der häufigste Auslöser. Bei schätzungsweise 500 verschiedenen Wirkstoffen gilt Mundtrockenheit als bekannte Nebenwirkung, darunter Antidepressiva, Blutdruckmittel, Antihistaminika, Beruhigungsmittel und Opioide. Unter den über 65-Jährigen nehmen in Deutschland mehr als 40 Prozent täglich fünf oder mehr verschreibungspflichtige Medikamente ein. Insbesondere bei Menschen, die verschiedene Präparate einnehmen, steigt das Risiko für Mundtrockenheit.
  • Zu wenig trinken ist ein weiterer häufiger Auslöser, ebenso wie Flüssigkeitsverlust durch Fieber, Durchfall oder starkes Schwitzen. Das Gute dabei ist: Wenn die betroffene Person auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, kann sie effektiv selbst etwas gegen die Mundtrockenheit tun.
  • Mundatmung, etwa durch Schnarchen oder eine verstopfte Nase, trocknet die Schleimhäute besonders nachts aus.
  • Erkrankungen wie Diabetes, das Sjögren-Syndrom oder HIV können die Speichelproduktion direkt beeinträchtigen. Auch Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich schädigt die Speicheldrüsen oft dauerhaft.
  • Rauchen und chronischer Stress bremsen den Speichelfluss messbar. Bei starker Mundtrockenheit sollte daher auf Tabak verzichtet werden. Gegen chronischen Stress können regelmäßige Entspannungsübungen helfen.

Was hilft sofort – Tipps für den Alltag

Bei leichter oder vorübergehender Mundtrockenheit reichen oft einfache Maßnahmen:

  • Viel trinken: Stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees, gleichmäßig über den Tag verteilt – nicht in großen Schlucken auf einmal.
  • Zuckerfreie Kaugummis oder Lutschtabletten mit Xylit: Sie regen den Speichelfluss mechanisch an und wirken gleichzeitig kariesvorbeugend.
  • Durch die Nase atmen: Wer nachts durch den Mund atmet, sollte die Ursache klären – zum Beispiel vergrößerte Nasenschleimhäute oder Schnarchen.
  • Luftbefeuchter im Schlafzimmer: Besonders im Winter, wenn Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet, kann das deutlich helfen.
  • Reizende Lebensmittel meiden: Alkohol, Kaffee, stark Gesalzenes und scharfe Gewürze verschlimmern die Trockenheit.

Ein Hinweis zu Hausmitteln: Häufig wird Zitrone zur Anregung des Speichelflusses empfohlen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Säure den Zahnschmelz angreifen kann. Besser sind säurefreie Alternativen wie etwa Xylit oder zuckerfreie Kaugummis.

Was hilft dauerhaft – wenn Alltagstipps nicht reichen

Gegen Mundtrockenheit gibt es verschiedene Lösungen. Speichelersatzmittel in Form von Sprays, Gels oder Mundspülungen befeuchten die Schleimhäute direkt. Präparate mit Hyaluronsäure binden Feuchtigkeit und halten die Schleimhäute länger gleitfähig. Mundgels eignen sich besonders für die Nacht – einmal vor dem Schlafengehen aufgetragen, wirken sie stundenlang.

Wichtig ist außerdem, dass die Zahnpflege sehr gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta durchgeführt wird, da die schützende Funktion des Speichels fehlt. Der Zahnarzt kann außerdem bei Bedarf spezielle Hochdosis-Fluoridpräparate empfehlen.

Wenn die Mundtrockenheit durch Medikamente ausgelöst wird, sollten Sie das offen mit dem behandelnden Arzt besprechen. Vielleicht gibt es Alternativen oder eine Dosisanpassung ist möglich. In schweren Fällen kann der Arzt Pilocarpin verschreiben – ein Wirkstoff, der die Speicheldrüsen direkt anregt.

Wann zum Zahnarzt?

Hält die Mundtrockenheit länger als zwei Wochen an und bessert sich trotz einfacher Maßnahmen nicht, sollte sie zahnärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders, wenn gleichzeitig Schluckbeschwerden, ein Brennen im Mund, Zahnschmerzen oder neue Kariesstellen auftreten. Gerne nimmt sich Zahnärztin Mitra Afshar Ghassemlou Zeit für Sie und spricht mit Ihnen über das weitere Vorgehen. Dabei nehmen wir Ihre Sorgen ernst und schauen gemeinsam, was bei Ihnen die Ursache für Ihre Mundtrockenheit sein könnte. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Interdentalbürste, Zahnseide, PowerFlosser: Was bringt am meisten?

Zähne müssen regelmäßig geputzt werden. Diese Tatsache ist mittlerweile fast allen Menschen bekannt und wird auch von den meisten umgesetzt. Dabei wissen viele nicht, dass eine zusätzliche Reinigung ebenfalls sinnvoll ist: nämlich zwischen den Zähnen. Denn wenn gegessen wird, sammeln sich in den Zahnzwischenräumen Essensreste an. So entstehen später Bakterien, die Karies und Zahnfleischentzündungen auslösen können.

Um dies zu vermeiden, sollten die Zahnzwischenräume daher regelmäßig gesäubert werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Interdentalbürsten, Zahnseide und den PowerFlosser. Diese Methoden haben sich bewährt, sind jedoch in der Effektivität nicht komplett identisch.

Warum ist die Zahnzwischenraum-Pflege überhaupt wichtig

Die reguläre Zahnpflege reinigt nur Außen-, Innen- und Kauflächen und erreicht die Zahnzwischenräume nur unzureichend. Das bedeutet, dass etwa 40 Prozent der Zwischenräume nicht gereinigt werden können. Dort bildet sich dann Plaque – und Plaque ist die Hauptursache für Zahnfleischbluten, Karies zwischen den Zähnen und langfristigen Zahnfleischrückgang. Wer nur Zähne putzt, reinigt seinen Mund also nur halb.

Interdentalbürste: der Klassiker mit Substanz

Die Interdentalbürste ähnelt einer sehr kleinen Flaschenbürste und kann zwischen die Zähne geschoben werden. Die Borsten entfernen die Ablagerungen mechanisch und gelangen bis in die tiefsten Zahnzwischenräume. Klinisch sind bei der Interdentalbürste die besten Erfolge belegt, und insbesondere für große Zahnzwischenräume und zur Reinigung von Zahnersatz, Implantaten oder festsitzenden Zahnspangen ist sie gut geeignet.

Wichtig bei der Interdentalbürste ist die Wahl der richtigen Größe. Denn eine zu große Interdentalbürste kann nicht in alle Zahnzwischenräume gelangen oder sogar das Zahnfleisch verletzen und zu Entzündungen führen. Gerade zu Beginn lohnt es sich daher, verschiedene Größen auszuprobieren und niemals Gewalt beim Einführen der Bürste in die Zahnzwischenräume anzuwenden. Bei sehr engen Zahnzwischenräumen ist die Interdentalbürste allerdings oft keine gute Lösung.

Zahnseide: klassisch, günstig, weit verbreitet

Zahnseide gibt es schon ewig, und auch hier sind gute Ergebnisse nachgewiesen – vorausgesetzt, sie wird richtig eingesetzt. Der Faden wird dabei um zwei Finger gewickelt und von oben in den Zahnzwischenraum eingeführt. Die Zahnseide kann auch leicht unter das Zahnfleisch gezogen werden und so besonders empfindliche Stellen erreichen. Insbesondere bei engen Zahnzwischenräumen ist sie das Mittel der Wahl.

Entscheidend ist aber immer die richtige Technik. Die korrekte Führung ist wichtig, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird. Es braucht also etwas Übung, und das Gefühl der Zahnseide kann anfangs unangenehm sein. Es gibt außerdem zusätzliche Geräte, wie Einfädelhilfen, die auch schwer erreichbare Stellen besser zugänglich machen.

PowerFlosser: Moderne Ergänzung für mehr Komfort

Ein PowerFlosser oder eine Munddusche spült Wasser zwischen die Zähne und löst so Speisereste, lockert Plaque und massiert das Zahnfleisch. Im Prinzip funktioniert das Gerät dabei wie ein kleiner Hochdruckreiniger. Die Anwendung ist sehr einfach und schonend – und ist daher vor allem für empfindliches Zahnfleisch gut geeignet.

Wie effektiv die Reinigung jedoch tatsächlich ist, hängt vom Gerät selbst ab. Manche spülen nur etwas Wasser im Mund herum und haben eine eher schlechte Reinigungswirkung, andere Modelle können die Zahnzwischenräume effektiver reinigen, etwa indem der Druck erhöht wird. Die Anschaffungskosten sind außerdem mit 20 bis 100 Euro anfangs etwas teurer, dies kann aber auch zu einer häufigeren Anwendung motivieren. Der PowerFlosser eignet sich vor allem bei Zahnersatz und Brücken, ist aber auch etwa bei Retainern sehr gut, da so manche Zahnzwischenräume etwa mit Zahnseide kaum erreichbar sind.

Direkter Vergleich auf einen Blick

  Interdentalbürste Zahnseide PowerFlosser
Plaqueentfernung ★★★ ★★★ ★★
Einfache Anwendung ★★ ★★★
Enge Zahnzwischenräume ★★★ ★★
Geeignet für Zahnersatz ★★★ ★★★
Kosten niedrig sehr niedrig mittel-hoch

 

Die richtige Reinigung für die Zahnzwischenräume: Es kommt auf Sie an

Doch welche Art der Reinigung ist die Beste? Das hängt komplett von Ihnen und der Größe Ihrer Zahnzwischenräume ab. Bei engen Zwischenräumen ist Zahnseide oder ein PowerFlosser effektiver, bei weiteren können auch Interdentalbürsten eine gute Lösung bieten. Bei Zahnersatz oder Retainer sind Interdentalbürste und PowerFlosser ebenfalls besser, außer Sie nutzen Hilfen für die Zahnseide.

Am Wichtigsten ist jedoch die regelmäßige Anwendung. Das beste Werkzeug bringt nichts, wenn es nie genutzt wird. Wir empfehlen, einmal täglich die Zahnzwischenräume zu reinigen. Wählen Sie eine Möglichkeit aus, die zu Ihnen passt und die Sie auch tatsächlich regelmäßig anwenden möchten. Wenn Sie sich unsicher sind, berät Sie Ihre Zahnärztin in Friedrichsdorf gerne bei Ihrem nächsten Prophylaxe-Termin.

Professionelle Zahnreinigung: Ablauf, Nutzen und für wen sie besonders sinnvoll ist

Ihre Zahngesundheit ist Ihnen ausgesprochen wichtig, weshalb Sie darauf achten, mindestens zweimal täglich Ihre Zähne zu putzen und regelmäßig Zahnseide zu nutzen. Eigentlich dachten Sie, dass Ihre Zähne top gepflegt und natürlich rundum sauber sind. Trotzdem empfiehlt Ihnen Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin eine professionelle Zahnreinigung. Wie kann das sein? Haben Sie etwas übersehen oder falsch gemacht? Kurz vorweggenommen: Nein, Sie haben alles richtig gemacht. Warum diese spezielle Prophylaxebehandlung dennoch wichtig ist, was dabei passiert und für wen sie besonders sinnvoll ist, wollen wir in diesem Blogbeitrag heute einmal etwas näher unter die Lupe nehmen.

Warum eine professionelle Zahnreinigung notwendig ist

Zähneputzen gehört für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Trotzdem gibt es Stellen im Mund, die selbst mit sorgfältiger Pflege schwer zu erreichen sind: enge Zahnzwischenräume, der Übergang zum Zahnfleisch, raue Füllungsränder oder Bereiche hinter den Backenzähnen. Hier bleiben trotz sorgfältigstem Putzen häufig bakterielle Beläge zurück, die sich mit der Zeit sogar oft zu Zahnstein verhärten und das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis erhöhen. Genau hier setzt die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, an. Sie ergänzt die häusliche Mundhygiene durch eine gründliche Reinigung in der Zahnarztpraxis, bei der mit speziellen Instrumenten auch jene Zahnbeläge entfernt werden, denen bei der heimischen Zahnpflege nicht beizukommen ist.

Was geschieht bei der PZR?

  1. Vorabkontrolle: Vor der professionellen Zahnreinigung steht ein genauer Blick auf Zähne und Zahnfleisch, damit wir uns ein Bild von der grundsätzlichen Mundgesundheit machen können. Hier werden Beläge dokumentiert und mit einem speziellen Test sichtbar gemacht, zudem wird geschaut, ob spezielle Probleme wie beispielsweise Zahnfleischbluten vorliegen.
  2. Entfernung von Belägen und Verfärbungen: Im Anschluss an die Kontrolle erfolgt die eigentliche Reinigung. Dabei werden zunächst harte und weiche Beläge von den Zahnoberflächen entfernt, wofür je nach Situation diverse Handinstrumente sowie Ultraschallgeräte genutzt werden. Anschließend werden die Zahnzwischenräume und die Bereiche am Zahnfleischrand sorgfältig gereinigt. Gerade diese Stellen sind im Alltag oft schwer vollständig sauber zu halten. Um nach der bisherigen Reinigung verbliebene Verfärbungen an den Zähnen zu beseitigen, kommt zudem ein Pulverstrahlgerät zum Einsatz.
  3. Politur und Fluoridierung: Sind die Beläge entfernt, werden die Zähne mit einer Spezialpaste poliert. Das ist mehr als nur Kosmetik: Durch die Politur werden die Zahnoberflächen geglättet, was es neuen Belägen schwerer macht, sich festzusetzen. So bleibt das besondere saubere Gefühl nach der PZR länger erhalten. Zum Abschluss wird der Zahnschmelz durch das Auftragen eines speziellen Fluorid-Gels gestärkt, was die Zähne unter anderem widerstandsfähiger gegenüber Säureangriffen macht.

Gerne geben wir Ihnen im Zuge der PZR auch individuelle Tipps zur Zahnpflege, etwa zur generellen Putztechnik oder zur Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürste.

Was die professionelle Zahnreinigung bringt und für wen sie besonders sinnvoll ist

Ein unmittelbar spürbarer Effekt der PZR ist meist ein sauberes Mundgefühl: Viele Patientinnen und Patienten empfinden ihre Zähne nach der Behandlung als spürbar glatter und gepflegter. Entscheidender ist jedoch der gesundheitliche Nutzen: Durch die Entfernung bakterieller Beläge kann die PZR dazu beitragen, das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen zu senken, was die professionelle Zahnreinigung zu einem wichtigen Prophylaxeinstrument macht.

Grundsätzlich ist die professionelle Zahnreinigung für jeden eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme zum Erhalt der Zahn- und Mundgesundheit. Besonders empfehlenswert ist sie jedoch bei erhöhtem Karies- oder Parodontitisrisiko oder häufigem Zahnstein sowie für Träger von festen Zahnspangen beziehungsweise Zahnersatz wie Implantaten, Kronen oder Brücken.

Wie oft brauchen die Zähne eine professionelle Reinigung?

Was die Häufigkeit der PZR angeht, raten wir in unserer Praxis in Friedrichsdorf grundsätzlich, die Zähne mindestens einmal im Jahr beim Zahnarzt von Belägen befreien zu lassen. Bei erhöhtem Risiko können jedoch auch kürzere Abstände sinnvoll sein, entscheidend sind immer der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch, das persönliche Erkrankungsrisiko und nicht zuletzt auch die Qualität der häuslichen Mundpflege. Deshalb empfiehlt Ihnen Ihre Zahnärztin Mitra Afshar Ghassemlou gerne Ihren ganz persönlichen Turnus für die professionelle Zahnreinigung. Dies ist beispielsweise im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung möglich, vereinbaren Sie gerne einen Termin, entweder telefonisch unter 06172 79 646  oder online.