Interdentalbürste, Zahnseide, PowerFlosser: Was bringt am meisten?

Zähne müssen regelmäßig geputzt werden. Diese Tatsache ist mittlerweile fast allen Menschen bekannt und wird auch von den meisten umgesetzt. Dabei wissen viele nicht, dass eine zusätzliche Reinigung ebenfalls sinnvoll ist: nämlich zwischen den Zähnen. Denn wenn gegessen wird, sammeln sich in den Zahnzwischenräumen Essensreste an. So entstehen später Bakterien, die Karies und Zahnfleischentzündungen auslösen können.

Um dies zu vermeiden, sollten die Zahnzwischenräume daher regelmäßig gesäubert werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Interdentalbürsten, Zahnseide und den PowerFlosser. Diese Methoden haben sich bewährt, sind jedoch in der Effektivität nicht komplett identisch.

Warum ist die Zahnzwischenraum-Pflege überhaupt wichtig

Die reguläre Zahnpflege reinigt nur Außen-, Innen- und Kauflächen und erreicht die Zahnzwischenräume nur unzureichend. Das bedeutet, dass etwa 40 Prozent der Zwischenräume nicht gereinigt werden können. Dort bildet sich dann Plaque – und Plaque ist die Hauptursache für Zahnfleischbluten, Karies zwischen den Zähnen und langfristigen Zahnfleischrückgang. Wer nur Zähne putzt, reinigt seinen Mund also nur halb.

Interdentalbürste: der Klassiker mit Substanz

Die Interdentalbürste ähnelt einer sehr kleinen Flaschenbürste und kann zwischen die Zähne geschoben werden. Die Borsten entfernen die Ablagerungen mechanisch und gelangen bis in die tiefsten Zahnzwischenräume. Klinisch sind bei der Interdentalbürste die besten Erfolge belegt, und insbesondere für große Zahnzwischenräume und zur Reinigung von Zahnersatz, Implantaten oder festsitzenden Zahnspangen ist sie gut geeignet.

Wichtig bei der Interdentalbürste ist die Wahl der richtigen Größe. Denn eine zu große Interdentalbürste kann nicht in alle Zahnzwischenräume gelangen oder sogar das Zahnfleisch verletzen und zu Entzündungen führen. Gerade zu Beginn lohnt es sich daher, verschiedene Größen auszuprobieren und niemals Gewalt beim Einführen der Bürste in die Zahnzwischenräume anzuwenden. Bei sehr engen Zahnzwischenräumen ist die Interdentalbürste allerdings oft keine gute Lösung.

Zahnseide: klassisch, günstig, weit verbreitet

Zahnseide gibt es schon ewig, und auch hier sind gute Ergebnisse nachgewiesen – vorausgesetzt, sie wird richtig eingesetzt. Der Faden wird dabei um zwei Finger gewickelt und von oben in den Zahnzwischenraum eingeführt. Die Zahnseide kann auch leicht unter das Zahnfleisch gezogen werden und so besonders empfindliche Stellen erreichen. Insbesondere bei engen Zahnzwischenräumen ist sie das Mittel der Wahl.

Entscheidend ist aber immer die richtige Technik. Die korrekte Führung ist wichtig, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird. Es braucht also etwas Übung, und das Gefühl der Zahnseide kann anfangs unangenehm sein. Es gibt außerdem zusätzliche Geräte, wie Einfädelhilfen, die auch schwer erreichbare Stellen besser zugänglich machen.

PowerFlosser: Moderne Ergänzung für mehr Komfort

Ein PowerFlosser oder eine Munddusche spült Wasser zwischen die Zähne und löst so Speisereste, lockert Plaque und massiert das Zahnfleisch. Im Prinzip funktioniert das Gerät dabei wie ein kleiner Hochdruckreiniger. Die Anwendung ist sehr einfach und schonend – und ist daher vor allem für empfindliches Zahnfleisch gut geeignet.

Wie effektiv die Reinigung jedoch tatsächlich ist, hängt vom Gerät selbst ab. Manche spülen nur etwas Wasser im Mund herum und haben eine eher schlechte Reinigungswirkung, andere Modelle können die Zahnzwischenräume effektiver reinigen, etwa indem der Druck erhöht wird. Die Anschaffungskosten sind außerdem mit 20 bis 100 Euro anfangs etwas teurer, dies kann aber auch zu einer häufigeren Anwendung motivieren. Der PowerFlosser eignet sich vor allem bei Zahnersatz und Brücken, ist aber auch etwa bei Retainern sehr gut, da so manche Zahnzwischenräume etwa mit Zahnseide kaum erreichbar sind.

Direkter Vergleich auf einen Blick

  Interdentalbürste Zahnseide PowerFlosser
Plaqueentfernung ★★★ ★★★ ★★
Einfache Anwendung ★★ ★★★
Enge Zahnzwischenräume ★★★ ★★
Geeignet für Zahnersatz ★★★ ★★★
Kosten niedrig sehr niedrig mittel-hoch

 

Die richtige Reinigung für die Zahnzwischenräume: Es kommt auf Sie an

Doch welche Art der Reinigung ist die Beste? Das hängt komplett von Ihnen und der Größe Ihrer Zahnzwischenräume ab. Bei engen Zwischenräumen ist Zahnseide oder ein PowerFlosser effektiver, bei weiteren können auch Interdentalbürsten eine gute Lösung bieten. Bei Zahnersatz oder Retainer sind Interdentalbürste und PowerFlosser ebenfalls besser, außer Sie nutzen Hilfen für die Zahnseide.

Am Wichtigsten ist jedoch die regelmäßige Anwendung. Das beste Werkzeug bringt nichts, wenn es nie genutzt wird. Wir empfehlen, einmal täglich die Zahnzwischenräume zu reinigen. Wählen Sie eine Möglichkeit aus, die zu Ihnen passt und die Sie auch tatsächlich regelmäßig anwenden möchten. Wenn Sie sich unsicher sind, berät Sie Ihre Zahnärztin in Friedrichsdorf gerne bei Ihrem nächsten Prophylaxe-Termin.

Professionelle Zahnreinigung: Ablauf, Nutzen und für wen sie besonders sinnvoll ist

Ihre Zahngesundheit ist Ihnen ausgesprochen wichtig, weshalb Sie darauf achten, mindestens zweimal täglich Ihre Zähne zu putzen und regelmäßig Zahnseide zu nutzen. Eigentlich dachten Sie, dass Ihre Zähne top gepflegt und natürlich rundum sauber sind. Trotzdem empfiehlt Ihnen Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin eine professionelle Zahnreinigung. Wie kann das sein? Haben Sie etwas übersehen oder falsch gemacht? Kurz vorweggenommen: Nein, Sie haben alles richtig gemacht. Warum diese spezielle Prophylaxebehandlung dennoch wichtig ist, was dabei passiert und für wen sie besonders sinnvoll ist, wollen wir in diesem Blogbeitrag heute einmal etwas näher unter die Lupe nehmen.

Warum eine professionelle Zahnreinigung notwendig ist

Zähneputzen gehört für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Trotzdem gibt es Stellen im Mund, die selbst mit sorgfältiger Pflege schwer zu erreichen sind: enge Zahnzwischenräume, der Übergang zum Zahnfleisch, raue Füllungsränder oder Bereiche hinter den Backenzähnen. Hier bleiben trotz sorgfältigstem Putzen häufig bakterielle Beläge zurück, die sich mit der Zeit sogar oft zu Zahnstein verhärten und das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis erhöhen. Genau hier setzt die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, an. Sie ergänzt die häusliche Mundhygiene durch eine gründliche Reinigung in der Zahnarztpraxis, bei der mit speziellen Instrumenten auch jene Zahnbeläge entfernt werden, denen bei der heimischen Zahnpflege nicht beizukommen ist.

Was geschieht bei der PZR?

  1. Vorabkontrolle: Vor der professionellen Zahnreinigung steht ein genauer Blick auf Zähne und Zahnfleisch, damit wir uns ein Bild von der grundsätzlichen Mundgesundheit machen können. Hier werden Beläge dokumentiert und mit einem speziellen Test sichtbar gemacht, zudem wird geschaut, ob spezielle Probleme wie beispielsweise Zahnfleischbluten vorliegen.
  2. Entfernung von Belägen und Verfärbungen: Im Anschluss an die Kontrolle erfolgt die eigentliche Reinigung. Dabei werden zunächst harte und weiche Beläge von den Zahnoberflächen entfernt, wofür je nach Situation diverse Handinstrumente sowie Ultraschallgeräte genutzt werden. Anschließend werden die Zahnzwischenräume und die Bereiche am Zahnfleischrand sorgfältig gereinigt. Gerade diese Stellen sind im Alltag oft schwer vollständig sauber zu halten. Um nach der bisherigen Reinigung verbliebene Verfärbungen an den Zähnen zu beseitigen, kommt zudem ein Pulverstrahlgerät zum Einsatz.
  3. Politur und Fluoridierung: Sind die Beläge entfernt, werden die Zähne mit einer Spezialpaste poliert. Das ist mehr als nur Kosmetik: Durch die Politur werden die Zahnoberflächen geglättet, was es neuen Belägen schwerer macht, sich festzusetzen. So bleibt das besondere saubere Gefühl nach der PZR länger erhalten. Zum Abschluss wird der Zahnschmelz durch das Auftragen eines speziellen Fluorid-Gels gestärkt, was die Zähne unter anderem widerstandsfähiger gegenüber Säureangriffen macht.

Gerne geben wir Ihnen im Zuge der PZR auch individuelle Tipps zur Zahnpflege, etwa zur generellen Putztechnik oder zur Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürste.

Was die professionelle Zahnreinigung bringt und für wen sie besonders sinnvoll ist

Ein unmittelbar spürbarer Effekt der PZR ist meist ein sauberes Mundgefühl: Viele Patientinnen und Patienten empfinden ihre Zähne nach der Behandlung als spürbar glatter und gepflegter. Entscheidender ist jedoch der gesundheitliche Nutzen: Durch die Entfernung bakterieller Beläge kann die PZR dazu beitragen, das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen zu senken, was die professionelle Zahnreinigung zu einem wichtigen Prophylaxeinstrument macht.

Grundsätzlich ist die professionelle Zahnreinigung für jeden eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme zum Erhalt der Zahn- und Mundgesundheit. Besonders empfehlenswert ist sie jedoch bei erhöhtem Karies- oder Parodontitisrisiko oder häufigem Zahnstein sowie für Träger von festen Zahnspangen beziehungsweise Zahnersatz wie Implantaten, Kronen oder Brücken.

Wie oft brauchen die Zähne eine professionelle Reinigung?

Was die Häufigkeit der PZR angeht, raten wir in unserer Praxis in Friedrichsdorf grundsätzlich, die Zähne mindestens einmal im Jahr beim Zahnarzt von Belägen befreien zu lassen. Bei erhöhtem Risiko können jedoch auch kürzere Abstände sinnvoll sein, entscheidend sind immer der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch, das persönliche Erkrankungsrisiko und nicht zuletzt auch die Qualität der häuslichen Mundpflege. Deshalb empfiehlt Ihnen Ihre Zahnärztin Mitra Afshar Ghassemlou gerne Ihren ganz persönlichen Turnus für die professionelle Zahnreinigung. Dies ist beispielsweise im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung möglich, vereinbaren Sie gerne einen Termin, entweder telefonisch unter 06172 79 646  oder online.

Ernährung bei Parodontitis: So unterstützen Sie Therapie und Heilung mit dem richtigen Essen

Eine Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates. Die Folge sind Zahnfleischbluten und ein Rückgang des Zahnfleisches sowie – im Ernstfall – Zahnverlust. Was viele Menschen nicht wissen: Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Zahnfleisches und damit auch auf die Behandlung einer Parodontitis. Mit der richtigen Auswahl von Lebensmitteln können die Entzündungen im Mund deutlich reduziert, die Heilung gefördert und die Mundflora positiv beeinflusst werden. Wir sagen Ihnen, welche Lebensmittel sich besonders gut eignen, welche Nährstoffe entscheidend sind und welche Gerichte Ihre Mundgesundheit fördern.

Die Ernährung ist entscheidend bei der Bekämpfung einer Parodontitis. Zum einen können bestimmte Nährstoffe die Gesundheit fördern, zum anderen können insbesondere zuckerhaltige Lebensmittel das Wachstum von schädlichen Bakterien verstärken und so die Entzündungen verschlimmern. Auch stark verarbeitete Produkte wie Weißmehl, Alkohol oder Nikotin können entzündungsfördernd wirken und das Zahnfleisch anfälliger machen. Mit einer entzündungshemmenden Ernährung unterstützen Sie das Immunsystem, stabilisieren das Zahnfleisch und fördern die Regeneration.

Welche Nährstoffe sind für gesundes Zahnfleisch wichtig?

  • Vitamin C: Vitamin C ist entscheidend für die Bildung von Kollagen. Dieses sorgt dafür, dass das Zahnfleisch elastisch und fest bleibt. Außerdem stärkt es das Immunsystem und hemmt Entzündungen. Vor allem Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli, Kiwis und Erdbeeren sind eine gute Quelle für Vitamin C.
  • Vitamin D: Vitamin D ist entzündungshemmend und unterstützt das Immunsystem. Es fördert die Aufnahme von Calcium, welches wichtig für die Knochen ist. Vitamin D ist vor allem in fettreichem Fisch wie Lachs oder Makrele enthalten, aber auch in Eiern oder angereicherten Milchprodukten. Es kann auch vom Körper selbst durch regelmäßige Sonneneinstrahlung gebildet werden.
  • Vitamin K2: Dieser Stoff sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen eingebaut wird und ist damit auch wichtig für stabile Zähne. Natto, Hartkäse und Eigelb sind gute Quellen für K2.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese Nährstoffe wirken stark entzündungshemmend und können Entzündungen im Zahnfleisch reduzieren. Sie sind ebenfalls in fettem Fisch, aber auch in Leinsamen, Chia-Samen oder Walnüssen enthalten.
  • Calcium & Magnesium: Beide Stoffe sind wichtig für gesunde Zähne und starke Knochen. Sie sind in Milchprodukten, grünem Gemüse wie Spinat, Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten.
  • Antioxidantien: Diese Stoffe schützen Zellen vor freien Radikalen. Sie sind in vielen Beeren, grünem Tee, Kurkuma und dunkler Schokolade enthalten.

Auf Ernährung achten und Gesundheit fördern

Wichtig ist natürlich auch, welche Lebensmittel vermieden werden sollten. Dazu zählen vor allem zuckerhaltige Snacks und Getränke, Weißmehlprodukte, stark verarbeitete Lebensmittel sowie Alkohol und Nikotin. Denn diese fördern nicht nur Karies, sondern verlangsamen auch die Verheilung des Zahnfleisches. Dies verzögert langfristig den Verheilungsprozess.

Eine gesunde Ernährung muss nicht kompliziert sein. Versuchen Sie, viel Obst und Gemüse in den Speiseplan einzubauen, idealerweise in allen Farben, um ein breites Spektrum verschiedener Vitamine und Antioxidantien abzudecken. Fetter Fisch sollte zwei- bis dreimal die Woche auf den Teller, Nüsse und Samen sind der ideale Snack für zwischendurch. Anstatt zuckerhaltiger Getränke nehmen Sie am besten Wasser oder ungesüßten Tee zu sich. Achten Sie außerdem auf die Mundhygiene nach Mahlzeiten, um die Bildung von Plaque zu reduzieren. So können Sie etwa 30 Minuten nach der Mahlzeit Zähne putzen.

Beispielgerichte für jeden Tag

Frühstück

  • Haferbrei mit Beeren & Leinsamen
  • Grüner Smoothie (Spinat, Kiwi, Banane, Joghurt)
  • Rührei mit Paprika & Tomaten

Mittagessen

  • Gegrillter Lachs mit Brokkoli & Quinoa
  • Hühnchen-Gemüse-Pfanne mit Kurkuma
  • Linsensuppe mit Karotten & Sellerie

Abendessen

  • Ofengemüse mit Kräuterquark
  • Gedünsteter Kabeljau mit Spinat & Vollkornreis
  • Gemüsecurry mit Kokosmilch & Kichererbsen

Snacks

  • Gemüse-Sticks (Karotten, Gurken, Paprika)
  • Nüsse (Mandeln, Walnüsse)
  • Naturjoghurt mit Chiasamen
  • Beeren oder Kiwi

Ernährung für Parodontitis-Erkrankte: Wir helfen gerne!

Sie sind an Parodontitis erkrankt und möchten wissen, wie Sie den Verheilungsprozess unterstützen können? In unserer Praxis in Friedrichsdorf sind wir gerne für Sie da. Wir nehmen die Behandlung vor und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Mundgesundheit fördern können. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Zahnmythen: Was steckt hinter den Geschichten?

Um wenige Bereiche des menschlichen Körpers drehen sich so viele Mythen wie um Zähne und Zahnfleisch. Viele werden einfach von Generation zu Generation weitergegeben, quasi als Geschichten im Kindesalter aufgesogen. Schließlich können diese nicht auf Irrtümern basieren, oder? Falsch gedacht! Denn hinter vielen Zahnmythen verbergen sich tatsächlich Fehlinformationen, die Ihre Zahngesundheit sogar stark beeinträchtigen und im Ernstfall zum Zahnverlust führen können. Zeit also, althergebrachte Weisheiten abzustauben und mit einigen Irrglauben aufzuräumen!

Unser erster Mythos dreht sich um das richtige Zähneputzen. Viele sind der Überzeugung, dass man hier nichts falsch machen kann und es mit einem gründlichen und festen Putzen getan ist. Tatsächlich können jedoch durch zu festes Aufdrücken der Zahnbürste Zahnfleisch und Zähne beschädigt werden. Langfristig kann es zu bleibenden Schäden am Zahnschmelz kommen. Zahnhälse werden freigelegt und anfällig für Karies. Kurzum: Lieber eine Bürste mit weichen Borsten nutzen und sanft über Zähne und Zahnfleisch gehen. Am besten mit kreisenden Bewegungen, dies reinigt besonders gründlich!

Auch bei Milchzähnen ist die Pflege wichtig!

Dies gilt übrigens auch im Kindesalter. Hier gibt es die weitverbreitete Auffassung, dass Milchzähne nicht geputzt werden müssen, da sie schließlich eh ausfallen. Dies ist jedoch nicht korrekt, da Schäden an Milchzähnen zu Fehlbildungen führen und so langfristige Folgen haben können. So können etwa die Zahnkronen der bleibenden Zähne beschädigt werden.

Der nächste Mythos beschäftigt sich mit einem Thema, das vor allem ältere Menschen betrifft: der Zahnersatz. Die Zähne sind weg, wieso also reinigen? Diese Überzeugung ist weit verbreitet, aber falsch. Zwar kann der Zahnersatz nicht an Karies erkranken, er kann jedoch als Hort von Bakterien dienen, die von dort aus Nachbarzähne angreifen können. Daher sollte der Zahnersatz genauso wie die normalen Zähne gereinigt werden, idealerweise mit einer weichen Zahnbürste und Zahnseide.

Direkt nach dem Essen Zähne putzen? Lieber etwas warten

Wann werden die Zähne dreckig? Beim Essen natürlich. Also direkt im Anschluss die Zahnbürste zur Hand genommen und weg mit dem Schmutz! Doch aufgepasst: Gerade wenn Sie süße oder saure Speisen und Getränke zu sich genommen haben, sollten Sie lieber etwas warten. Denn diese greifen den Zahnschmelz an und weichen ihn auf. Wenn Sie nun direkt danach putzen, beschädigen Sie den Zahnschmelz. Also lieber etwas warten und dem Zahnschmelz Zeit geben, um sich zu regenerieren. Eine halbe Stunde ist dafür schon ausreichend. Ihre Zähne werden es Ihnen danken!

Ah, der technische Fortschritt! Die Maschine ist in allen Belangen besser als der Mensch, auch beim Zähneputzen! Diese Auffassung betrifft vor allem die elektrische Zahnbürste. Richtig ist zwar, dass eine elektrische Zahnbürste besser reinigen kann, jedoch kommt es auf die richtige Technik an. Eine korrekt genutzte Handzahnbürste kann besser säubern als eine elektrische Zahnbürste mit falscher Putztechnik. Daher sollten Sie sich informieren, wie Sie die moderne Technologie richtig einsetzen, um den maximalen Effekt zu erzielen.

Zahnverfärbungen: Besonders hartnäckig bei Rauchern

Viele glauben, dass Zahnverfärbungen nur Raucher betreffen. Aber es gibt viele Gründe, weshalb sich Zähne verfärben können. Auch Kaffee- und Teekonsum können dazu führen. Oft färbt das Altern selbst die Zähne ein. Rauchen belegt jedoch den ersten Platz bei den Ursachen für Verfärbungen, welche zudem besonders hartnäckig sind, weshalb sie selbst bei einer professionellen Zahnreinigung nicht ganz verschwinden. Nur ein Bleaching kann hier Abhilfe schaffen. Rauchen ist außerdem gleich doppelt schädlich: Es sorgt dafür, dass das Zahnfleisch schlechter durchblutet wird. Dies begünstigt die Entstehung von Erkrankungen wie Gingivitis oder Parodontitis.

Der letzte Mythos betrifft das Zähneputzen selbst. Manchmal wird diesbezüglich erzählt, es gäbe kein „Zuviel“, schließlich geht es um die Gesundheit. Doch gerade in deren Interesse sollten Sie maximal dreimal am Tag Zähne putzen. Denn zu häufiges „Schrubben“ kann den Zahnschmelz beschädigen und den Zähnen schaden! Also lieber zwei- bis dreimal am Tag und davon einmal besonders gründlich mit Interdentalbürsten oder Zahnseide.

Parodontitis: Ursachen und Behandlung

Wenn sich beim Zähneputzen der Schaum rot färbt, kann das auf eine Entzündung des Zahnfleisches hindeuten. Studien zeigen, dass etwa 80 Prozent der Menschen ab 35 Jahren manchmal bis oft Zahnfleischprobleme haben. Diese Probleme verschwinden häufig nach kurzer Zeit, können jedoch bei dauerhaftem Bestehen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Die betreffende Erkrankung wird als Parodontitis oder auch Parodontose bezeichnet. Bei Anzeichen einer solchen Erkrankung sollte umgehend eine zahnärztliche Behandlung vereinbart werden, da Parodontitis gravierende Auswirkungen auf die Zahngesundheit und die allgemeine Gesundheit haben kann.

Was sind die Ursachen der Parodontitis?

Unter dem Begriff Parodontitis versteht man eine chronische Erkrankung des Zahnfleischs. Dabei ist besonders der Teil betroffen, der den Zahn umgibt. Ausgelöst wird sie von Bakterien im Zahnbelag, die als Plaque oder Biofilm bezeichnet werden. Tatsächlich existieren allgemein zu jedem Zeitpunkt Bakterien in der Mundhöhle. Sollte jedoch die Mundhygiene unzureichend sein, können die Bakterien zu einer Gefahr werden. Die Ursache der Parodontitis ist die Einlagerung der Bakterien ins Zahnfleischgewebe. Zunächst ist das Zahnfleisch betroffen, das anschwillt, sich rötet oder zu bluten beginnt. Diese Gingivitis, oder einfach reguläre Zahnfleischentzündung, kann behandelt werden, etwa indem der Plaque vom Zahnarzt entfernt wird.

Wird die Gingivitis nicht behandelt, können sich die Bakterien ausbreiten. Der Körper reagiert und leitet eine Abwehr ein. Diese hat jedoch zur Folge, dass der Zahnhalteapparat unwiederbringlich Schaden nimmt. Kieferknochen und Zahnfleisch verlieren Ihre Haltekraft und bilden sich zurück. Die Zähne verlieren dadurch ihren Halt und beginnen zu wackeln. Sollten die Ursachen der Parodontitis nicht behandelt werden, führt sie bei fortschreitender Erkrankung zum Zahnverlust. Selbst Implantate können dann nur noch schwer eingesetzt werden, da der Kiefer nicht genug Kraft besitzt, um die Schrauben zu halten. Beim Zahnersatz muss daher je nach Krankheitsverlauf auf kompliziertere (und teurere) Methoden zurückgegriffen werden. Daher ist es wichtig, dass die Parodontitis früh erkannt und eine entsprechende Behandlung begonnen wird.

Auch außerhalb des Mundes hat eine Parodontitis Folgen. So zeigen Studien, dass Parodontitis das Risiko für andere schwerwiegende Erkrankungen erhöht, wie etwa Diabetes, Demenz und Komplikationen während der Schwangerschaft. Bei Covid-19 führt Parodontitis ebenfalls zu einem höheren Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Mehrere Faktoren begünstigen die Parodontitis. Dazu zählen etwa Rauchen oder Allgemeinerkrankungen wie Diabetes. Auch unausgewogene Ernährung oder etwa Bewegungsmangel können die Entwicklung negativ beeinflussen.

Parodontitis-Behandlung in Friedrichsdorf

Die Behandlung der Parodontitis verläuft normalerweise in drei Phasen. Wichtig ist während des gesamten Verlaufs auf die Zahnhygiene besonders zu achten, etwa auf die korrekte Zahnputztechnik und die Nutzung von Zahnseide und Interdentalbürsten. Denn insbesondere die Zahnzwischenräume sind Orte, an denen sich die Bakterien ansammeln können.

Der Zahnarzt entfernt die bakteriellen Zahnbeläge unter dem Zahnfleischsaum und in den Zahnfleischtaschen. Da dieser Bereich sehr empfindlich ist, findet dies unter Betäubung statt. Je nach Krankheitsverlauf können auch kleine chirurgische Eingriffe nötig werden, um die Zahnfleischtaschen überhaupt zu erreichen. Anschließend an die Eingriffe werden die Bereiche desinfiziert, um die Neuansammlung der Bakterien zu verhindern. Sollte der Kieferknochen bereits Schaden genommen haben, können auch regenerative Techniken in Frage kommen, um ihn wieder zu stärken.

Allgemein ist es entscheidend, die Mundhygiene regelmäßig von einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt überprüfen zu lassen. Bei Kontrollterminen schaut Ihre Zahnärztin in Friedrichsdorf, ob sich Bakterien neu angesammelt haben und kann so einer erneuten Verschlimmerung entgegenwirken. Regelmäßige Zahnreinigungen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, um die Zahngesundheit zu sichern.